Mittwoch, 12. September 2012

Interview Andreas Dreitz - erstes Profijahr

Als Fortsetzung meiner kleinen Serie heute ein Interview mit Andreas Dreitz, dem Nachwuchsprofi aus dem Erdinger Triathlon Team.

Andi beim letzten Ligawettkampf in Nürnberg
Aufgrund seiner zahlreichen Siege bei bisher kleineren Rennen (u.a. auch 3x mal den weithin bekannten Rothsee Triathlon) hat er sich besonders im süddeutschen Raum schon eine gewisse Popularität erarbeitet. Andi betreibt Triathlon erst seit 4 Jahren, ist aber trotz dieser noch recht kurzen Zeit ein sehr guter und ausgeglichener Athlet, und mit einem Dampfhammer auf dem Rad bewaffnet. Irgendetwas scheint im Trinkwasser von Lichtenfels zu sein dass starke Radleistungen hervorruft. Nicht nur Andi, auch Frank Neumann und nicht zu vergessen Captain Chaos (Steffen Alex) kommen aus der Stadt am Staffelberg und Kloster Banz.


Sieg beim Rothsee Triathlon 2012
Anfang diesen Jahres ist er ins Profilager gewechselt, und ich muss es wissen, schließlich hat er meine Kreditkarte benutzt um die Ironman Profi-Lizenz zu löhnen. Aber ich kann euch beruhigen, er hat es inzwischen zurückgezahlt und ich kann meinen Kühlschrank wieder voll machen ;-) Hier mal ein paar Fragen an ihn, wie die erste Profisaison aus seiner Sicht gelaufen ist:

Redaktion (im folgenden mit krelli abgekürzt): Hey Andi, erstmal Glückwunsch zu deinem 4. Platz beim IM 70.3 Zell am See vor ein paar Wochen. Starke Leistung!

Andreas (im folgenden mit Andi abgekürzt): Danke, war echt ein gutes Rennen. Kam nach dem Debakel in Wiesbaden etwas überraschend.

krelli: Wie lief es bisher für dich in deiner ersten Profisaison?

Andi: Also es war ein bunter Mix aus Freuden, aber auch Enttäuschungen. Ich habe dabei viel gelernt und werde einiges in der nächsten Saison verändern. Zum einen hatte ich manchmal etwas Pech. Beim Auftakt IM 70.3 Mallorca hatte ich einen Platten, den ich dank Swen Sundberg allerdings glücklicherweise recht schnell beheben konnte, und lief mir beim Laufen auch noch Blasen. Beim IM 70.3 Schweiz wurde ich nach 30km disqualifiziert, weil mir während der Fahrt die Packung vom eben gegessenen Riegel herunterfiel. Kurz vorm IM 70.3 Germany hatte ich einen Sturz und war im Rennen vom Kopf her nicht so frei wie ich es sonst bin. Besonders bei den Abfahrten. Auf der anderen Seite hatte ich tolle Rennen am Chiemsee, bei dem ich nur knapp von Dirk Bockel geschlagen wurde und auch das besagte IM 70.3 Zell am See.


krelli: Was hat sich aus deiner Sicht geändert im Vergleich zum letzten Jahr, als du noch als Amateur gestartet bist? Außer dass du jetzt langsam mal eine Kreditkarte brauchst!

Andi: haha, wie lange wirst du mir das nachtragen. Also zum einen liegt der Fokus jetzt deutlich mehr auf den IM 70.3 Rennen als früher. Darunter leiden die Kurzdistanzen etwas, bei denen ich jetzt teilweise nicht mehr ganz taufrisch aufschlage. Und zum anderen ist die Situation als Profi bei den Rennen eine andere. Früher kam ich zu Rennen und wollte die Profis ärgern und heute bin ich selber einer. Damit einhergehend sind der Trubel und die Verpflichtungen natürlich auch größer. Ich habe diese Saison noch ein paar Fehler gemacht, dass ich ab und zu einfach zu großen Respekt vor den etablierten Größen hatte oder dass ich manchmal einfach zu ungeduldig war. Wenn ich mit 2min Abstand zur Spitze aus dem Wasser raus bin und nach 30km auf dem Rad nicht zur Führung aufgeschlossen hatte, da war ich schon gefrustet. Das wird sich alles in Zukunft ändern und ich werde wieder lockerer in die Rennen gehen. Inzwischen weiß ich was ich an einem guten Tag kann und brauche mir dahingehend auch keine Sorgen zu machen ob mich beim Laufen noch fünf Leute überholen, usw.

krelli: du brauchst dich eigentlich nur an eine Regel halten: Rock`n Roll!! Der Rest kommt dann von allein :) Was planst du in nächster Zeit und wird dein Fokus immer auf der 70.3 Distanz bleiben?

Andi: In den nächsten 1-2 Jahren möchte ich mich auf der mittleren Distanz etablieren und regelmäßig auf dem Podium landen. Ich überlege mir auch einen Start bei der 70.3 WM in Las Vegas, weil mir die Radstrecke auch sehr gut liegt. Darüber hinaus möchte ich dann auf die Langdistanz. Wo ich dafür den richtigen Coach finde, weiß ich ja ;) Allerdings lasse ich mir mit diesem Schritt noch etwas Zeit. Mit meinen 23 Jahren bin ich noch sehr jung und habe einige Jahre noch vor mir in denen ich an meiner Schnelligkeit feilen arbeiten kann.

krelli: Alles klar, dafür viel Erfolg und Glück, ich drück alle Daumen!
Mehr Infos über Andreas Dreitz auf seiner Homepage: www.andreas-dreitz.de

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Wer ein paar Tipps von Andi möchte, um auch einen solchen Raddruck zu bekommen vor dem sich alle Radketten weit und breit fürchten, dem kann ich nur mein neues Buch empfehlen. Es erscheint im November im spomedis Verlag und darin beschreibe ich einige der Lieblingseinheiten von Andi. Ihr könnt es im Übrigen auch direkt bei mir bestellen. Dann bekommt ihr es noch vor dem offiziellen Verkaufsstart. Dafür einfach auf meiner Homepage www.michael-krell.com die unverbindliche Vorbestellung abschicken.

Montag, 10. September 2012

Wiedereinstieg ins Schwimmen


Foto: Michael Rauschendorfer
Nachdem ich jetzt ganze 3 Monate keinen einzigen Meter geschwommen bin, ist es heute abend an der Zeit wieder loszulegen. Unmittelbar nach der (Saison)pause ist es wichtig nur kurze Abschnitte zu schwimmen, weil sonst sich sonst nach einigen hundert Metern eine schlechte Technik einstellt, und alles was man übt ist unsauberes Schwimmen. Gerade nach einer längeren Pause ist der Körper empfänglich für neue Bewegungsmuster. Daher schwimme ich anfangs nur 25m Intervalle, in diesen versuche ich dafür aber die Technik so gut wie nur irgend möglich auszuführen. Die Pausen dazwischen gestalte ich so lange, dass ich jedes weitere Intervall wieder ausgeruht angehe. Ich achte besonders auf den hohen Ellenbogen unterwasser und einen stabilen Rumpf. Begleitend dazu absolviere ich Trockenübungen auf meiner Chuck-Norris Schwimmbank um auch dort den hohen Ellenbogen zu üben und diesen Bewegungsablauf mit hunderten von korrekten Wiederholungen ins Hirn einzuhämmern.

Früher glaubte ich dass besonders die Wasserlage und die Stromlinienförmigkeit der ausschlaggebende Punkt ist. Inzwischen hat sich meine Meinung dazu geändert. Um richtig schnell schwimmen zu können braucht ihr vor allem Druck in der Unterwasserphase. Das fängt mit dem Wasserfassen der Hand und dem Erfühlen des Wasserwiderstandes an, geht mit dem Anstellen des Armes (hoher Ellenbogen) weiter, woraus ihr letztlich euren Körper nach vorn "ziehen" könnt, indem ihr optimal den Wasserwiderstand nutzt. Erst dann kommt ihr auf Geschwindigkeiten, bei dem sich ein Feilen an der restlichen Technik lohnt.

Johnny Weißmüller in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts
 
Quelle: Library of Congress Prints and Photographs Division Washington, D.C. 20540 USA
Zur Veranschaulichung: Johnny Weißmüller ist in den 20er Jahren mit einer Technik die heutzutage unter "Wasserballkraul" bekannt ist, also mit dem Kopf über Wasser!!, eine Zeit von 58 Sekunden über 100m geschwommen. Also von der Schwimmtechnik her mehr als fraglich, aus heutigen sportwissenschaftlichen Erkenntnissen. Denn ihr wisst, wenn der Kopf aus dem Wasser geht, sinken automatisch die Beine ab. Was zu einer außerordentlich schlechten Wasserlage führt. Trotzdem erreichte er diese, selbst für heutige Maßstäbe, sehr schnelle Zeit und ließ damals all seine Konkurrenten hinter sich.

Mehr als 50 Weltrekorde stehen für ihn zu Buche und in keinem seiner offiziellen Rennen ist er jemals geschlagen worden. Er war damals der erste Schwimmer der die Wichtigkeit des hohen Ellenbogens in der Unterwasserphase erahnt und ausgeführt hat. Ich wage mal zu prognostizieren, dass selbst heute, nach fast 100 Jahren, sich 98% aller Schwimmer an dieser 100m Zeit die Zähne ausbeißen.

Und jetzt mal ehrlich, mit diesem Baumwollanzug den er da trug, hat ihn das mindestens nochmal 2-3 Sekunden auf die 100m gekostet. Andere erschwerende Umstände die diese Zeit noch beeindruckender erscheinen lassen, waren zum einen, dass der Startsprung wie wir ihn heute kennen, damals eher an einen Bauchklatscher erinnerte, und zum anderen dass Freibadlängen von 100 Metern und mehr nicht ungewöhnlich waren. Bis in die 30er Jahre stand ein Nürnberg ein Freibad von 200! Metern Länge. Damit ist natürlich der Vorteil von Wenden nach 50 Metern, wie sie heute üblich sind und die Zeiten weiter beschleunigen, früher schlichtweg nicht zum Tragen gekommen.

haut rein!
krelli

Donnerstag, 6. September 2012

Er rollt wieder

Nachdem der ganze Organisationsstress vom Sonntag vorbei war, hatte ich seit Montag mit Halzschmerzen und allerlei zu kämpfen. Inzwischen geht es mir wieder besser! Heute bin ich nur noch mit steifem Hals aufgewacht, woher der auch immer kommt.

mit Megaphon, Startlisten und schon heißer Stimme
Für mich tritt demnächst eine berufliche Änderung ein. Aus der Doppelbelastung Geschäftsführer Lirdy Photo Sharing und Triathlon Coaching heraus, werde ich mich Letzteren widmen und bei Lirdy kürzer treten. Das hat den simplen Grund dass mir das Coaching am meisten Spaß macht. Trotzdem werde ich Lirdy weiterhin aktiv unterstützen, da es einfach eine super Idee und ein cooles Portal ist.

Die Organisatoren Stefan und ich, unterstützt durch 60 Helfer vom TSV Altenfurt
Demnach werdet ihr mich von nun an wieder öfters in der Gegend trainieren sehen und in der nächsten Saison geht es dann rund! Das Ziel 8:30 steht und genau das werde ich auch angehen. Mein Trainingstagebuch werde ich auch wieder online stellen.


Rock`n Roll!!
krelli

Montag, 3. September 2012

Voller Einsatz beim Altstadtrennen

Dank Stefan Weiß, meiner Julia und dem kompletten TSV Altenfurt lief die Veranstaltung gestern reibungslos und wir alle konnten den Starterinnen und Startern einen coolen Wettkampf bieten. Bei bestem Wetter und im stimmungsvollen Altstadtambiente ging es für die Teams um den Tagessieg oder sogar um das Saisonfinale und den Aufstieg.

Hier eine kleine Bildershow, mehr Bilder von Marco und den anderen Zuschauern, hier auf lirdy.com 
Außerdem die Ergebnisse des Tages.

Fotos wurden geschossen von allen Veranstaltungen, also nicht nur Triathlon sondern auch Run&Bike, Jedermann- und Elite Radrennen.


schönen Start in die Woche!
krelli

Dienstag, 28. August 2012

Altstadtrennen Nürnberg 02.09.


Fotos: SportService Nürnberg
Sorry das ich mit News etwas sparsam umgegangen bin die letzten Tage, aber aufgrund der Orga vom Altstadtrennen war jede Menge los!

Fürs Run&Bike könnt ihr euch nach wie vor übers Internet anmelden. Am Samstag und Sonntag sind dann noch Nachmeldungen möglich. Es werden wieder über 100 Run&Biker auf die Strecke gehen, viele Breitensportler, Mixed Teams, Vater-Sohn Paare, aber auch einige richtig schnelle Läufer aus Fürth und Regensburg. Für mehr Infos und Anmeldungen, rechts in den Kasten klicken.


Am Sonntag morgen um 8 Uhr beginnen die Triathletinnen und Triathleten der Bayernliga, Regionalliga Damen und Herren und die 2. Bundesliga ihren Teamwettkampf mit einem Swim (800m) and Run (3,6km) am Bayern 07 Bad am Whörder See. An alle Triathlonbegeisterte, unterstützt die lokalen Mannschaften, seid dabei und feuert kräftig an!!! Beim Teamwettkampf startet jede Mannschaft im Team, d.h. Wertungen gibt es nur wenn alle zusammen bleiben. Besonders beim Mannschaftszeitfahren am nachmittag geht es richtig rund!

Aus der Region kommen die Mannschaften des TSV Altenfurt (Nürnberg), TV48 Erlangen, TV Fürth 1860, HDI SC Roth und Tricamp Team SSV Forchheim. Insgesamt sind knapp 250 der besten nationalen Triathleten dabei. Eure Chance Kaliber, wie Andreas Dreitz, Swen Sundberg, Sebastian Neef, Anne Hauck, Bernd Einhhorn, Bernd Hagen, Frank Neumann usw., die eigentlich fast jeden Triathlon gewinnen bei dem sie am Start stehen, direkt aus der Nähe zusammen in der Mannschaft zu erleben!

Ab 11:45 Uhr geht es dann im zweiten Teil des Wettkampfes über die Altstadrunde beim Bike (24km Mannschaftszeitfahren) and Run (2,5km), um dann am Hauptmarkt den Gesamtsieger zu ermitteln. Das Rennen am Sonntag ist gleichzeitig auch das Finale der diesjährigen Triathlon Saison für die Mannschaften aus der Bayern- und Regionalliga, d.h. es geht um den Aufstieg für einige der Teams. Es wird also richtig spannend!!


Außerdem gibt es heuer auch noch ein cooles Rahmenprogramm, bei dem wohl alle aktuellen Funsportarten mit vertreten sind. Wiederum direkt am Hauptmarkt. Besucht uns, wir freuen uns über kräftige Unterstützung! Abschließend beginnt um 15 Uhr das Radrennen der Elite über 80km, mit dabei sind mehrfache Olympiasieger auf der Bahn, dt. Meister auf der Straße und Fahrer der nationalen Pro Teams.

sonnige Grüße
krelli

Donnerstag, 23. August 2012

Homepage update: www.michael-krell.com


 
Endspurt,

nun habe ich es endlich geschafft das längst fällige update meiner Homepage: www.michael-krell.com fertig zu stellen. Von jetzt an ist sie einsatzbereit und strahlt in neuem Glanze ;)

Dort erfahrt ihr jetzt mehr zu den Athleten die ich betreue, dem Coaching im Allgemeinen und den Leistungspaketen und Preisen im Besonderen. Check it out...

sonnige Feierabendgrüße!
krelli

Dienstag, 21. August 2012

Erlebnisbericht Challenge Kopenhagen 2012


Anbei mal der Erlebnisbericht von meinem Kumpel Michi Plendl. Vielleicht hat sich der ein oder andere schon mal gefragt, wie der Wettkampf da oben im Norden so ist. Aber lest selbst...

Michi in Aktion!
Nachdem meine Freundin und ich am Donnerstag in Kopenhagen angekommen waren sahen wir uns zunächst etwas die Stadt an. Nachdem ein Bier umgerechnet ca. 8 Euro kostet war schnell klar, dass die Party hier zunächst mal kleiner ausfallen wird.

Freitag gings zur Registrierung und zum Treffen mit den beiden weiteren Startern. Zusammen mit unserem Fanclub machten wir dann die Messe unsicher. Diese hatte etwa die Größenordnung ¼ von der Messe in Roth. Die Startunterlagen bekommt man im Rathaus von Kopenhagen, ein sehr altes Gebäude direkt neben dem Tivoli. Dann weiter zur Nudelparty die im einer alten Schlachterhalle stattfand. Stylische Kellner (Anzug mit Fliege) begrüßten dort die Teilnehmer. Leider mußten die Getränke bezahlt werden und nur das Essen war kostenlos. Es war bei weitem nicht so überlaufen wie in Roth, leider war aber auch keine rechte Stimmung vorhanden.

Am Samstag war dann für meine Startnummer Bike check in zwischen 15 und 17:30 Uhr angekündigt. Also nochmal kurz das Rad gecheckt. Irgendwas am Vorbau hat noch nicht gepasst denn der Lenker ließ sich noch bewegen. Also nochmal gut anziehen (ohne Drehmomentschlüssel). Nun hab ich es zu gut gemeint und die Schraube überdreht. Mit nur 2 Schrauben an der Lenkerhalterung war dies dann nicht mehr hinzubekommen. Ein neuer Vorbau mußte her und zwar schnell. Die Uhr zeigte schon nach 15 Uhr. Aber nachdem Kopenhagen eine Radstadt ist machte ich mir noch keine großen Sorgen. Erst nachdem die ersten 3 Fahrradläden alle schon geschlossen waren.
Nun wurde es schön langsam eng. Ich beschloss direkt zum Bike check in zu fahren und hoffte, dass dort ein Mechaniker alla Fritz Buchstaller vor Ort sein und mir helfen kann.
Diese Hoffnung schwand schnell. Aber ein Besitzer eines Radshops war vor Ort und versuchte zu klären ob er kurzfristig noch einen Vorbau organisieren könnte (er hatte keinen dabei). Zwischenzeitlich war schon klar, dass ich nicht mehr fristgerecht einchecken könnte. Also mit einem Rennorganisator abgeklärt, dass ich Sonntag früh noch einchecken kann. Den Laufbeutel hatte ich schon abgegeben, meine Laufsachen müssen zum 2ten Wechsel transportiert werden.
Wieder zurück zum Besitzer des Radladens der Helme verkaufte. Er meinte ich könnte noch mit zu ihm in den Laden fahren (20 km außerhalb von Kopenhagen) , dort hätte er einen Vorbau. Nachdem es aber schon 18 Uhr war und ich nicht wußte wie ich von außerhalb wieder nach Kopenhagen kommen sollte war ich noch etwas unsicher. Und dann kam meine Rettung in Form eines anderen Teilnehmers. Der sah sich gerade die Helme an und bekam mit, dass ich einen Vorbau brauchen würde. Er meinte er arbeitet in Schweden in einem Radladen und könnte mir morgen (Sonntag!!!) früh um 5 einen Vorbau mitbringen. Er muss sowieso vor Ort sein da er selber startet.
Und so habe ich ihm vertraut und gehofft, dass er an den Vorbau denken wird. Nachdem ich mir aber nicht sooo sicher war hab ich noch mehrmals Abends mit ihm SMS gewechselt. Schließlich hatte ich 6 Monate trainiert und wollte um jeden Preis starten. Zur Beruhigung trug nicht unbedingt bei, dass meine beiden Mitstarter meinten, dass das viel zu unsicher sei und der nicht mit dem Vorbau rechtzeitig da sein wird…

Also um 21 Uhr ins Bett obwohl ich irgendwie gar nicht schlafen konnte.
WETTKAMPFTAG Sonntag 12.08.2012
4:10 Uhr: Der Wecker klingelt und ich mache erstmal nen Kaffee. Danach dann schnell die Triathlonkluft angezogen und das Rad (war ja noch nicht eingecheckt) mitgenommen und um 4:40 dann ab zum Schwimmstart.
4:40 Uhr: Ich bekomme ne SMS von Glenn, er fährt los und hat den Vorbau dabei (Puls geht 20 Schläge runter)
4:55 Uhr: Als 4ter Starter treffe ich an der Wechselzone ein. (Da waren echt schon 3 vor mir da!!)
5:05 Uhr: Glenn kommt mit dem Vorbau und der wird sofort ans Rad gebaut.
5:15 Uhr: Endlich eingecheckt, es kann losgehen!!
7:25 Uhr: Schwimmstart in der 4ten Schwimmgruppe
Das Schwimmen fand in einem kleinen Arm der Ostsee statt. Das Wasser war ruhig und das Schwimmen recht unspektakulär. Man schwimmt unter 3 Brücken hindurch und hat die Zuschauer direkt über sich. Ich war wieder komplett ohne Uhr unterwegs was ich dann im Ziel doch etwas bereut habe. Nach 1:06 war ich dann in der ersten Wechselzone und es ging aufs Rad. 

Zunächst ca 15 km durch Kopenhagen (hatte auch keinen Tacho am Rad) und dann immer entlang der Küstenstraße. Wie immer wurde ich in den ersten 10 km sehr oft überholt da ich immer etwas konservativer losfahre um genug essen zu können. Dann hatte sich das Tempo schön langsam eingependelt und ich betrachtete etwas die Landschaft. Eigentlich waren alles Ferienorte durch die die Athleten durchgefahren sind. Der Triathlon hat sich in Kopenhagen und Umgebung noch nicht so etabliert weswegen sehr viele Zuschauer erstmal gefragt haben was eigentlich los sei. Das war dann beim Laufen nicht anders.
Bei ungefähr 60 km ging es in das Landesinnere und nun hatte man den absoluten Kontrast zur Küstenstraße. Nur noch kleine, sehr verwinkelte Straßen mit schlechten Asphalt. Landschaftlich zwar seh schön doch zu Fahren nicht so toll.
Bei km 85 gab es dann den Kopenhagener „Solarer Berg“. Leider nur 1/10er der Zuschauer aber doch etwas Stimmung. Ich hatte meinen Tritt gefunden und fuhr gleichmäßig die weiteren Kilometer der zweiten Runde bis es dann wieder zurück in die Stadt ging. In der zweiten Runde hatte auch etwas der Wind aufgefrischt, so dass man die Wärme (knappe 30 Grad!!) gar nicht so mitbekommen hat. Erst in der Stadt war einem das wieder bewußt. Die Wechselzone zum Laufen liegt direkt zwischen den Sehenswürdigkeiten und so waren hier wirklich sehr viele Zuschauer (einziger wirklich großer Vorteil gegenüber Roth). 

Ich versuchte ein gleichmäßiges Tempo anzugehen was aber wenn möglich unter einem 4 Stunden Marathon liegen solllte. Ca. 14 Kilometer gelang mir das super. Leider habe ich dann einmal eine Verpflegungstelle halb ausgelassen und  hatte dann Probleme bis zur nächsten Verpflegungsstelle. Davon habe ich mich auch die restliche Zeit nicht mehr richtig erholt. Außerdem gab es 2 wirklich giftige Anstiege auf der Laufstrecke (ich dachte das wäre flach!!). Immer nur kurz aber sehr steil. Ab der dritten von 4 Laufrunden war das wirklich kein Spaß mehr. Trotzdem war ich weiterhin guten Mutes die Sub 11 zu packen. Besonders als ich beim Schild für 32,8 km vorbeigekommen bin und noch 1:08 Stunden bis zu den 11 Stunden im Ziel hatte. Eine Stunde 8 Minuten lauf ich immer auf 10, egal was da kommt. Leider muss ich mich irgendwo verkalkuliert haben. Als ich bei km 40 einen Läufer fragte welche Rennzeit er derzeit hat meinte der 11 Stunden glatt. Gut, der war 10 Min vor mir gestartet aber für 2,2 km hatte ich also nur noch 10 min. Das war nicht mehr zu machen. Ich habe noch versucht möglichst schnell ins Ziel zu kommen aber am Ende standen dann für mich sehr gute 11:01:57.

Fazit:
      Schwimm und Radstrecke eher unspektakulär, die Laufstrecke ist super und geht an allen Sehenswürdigkeiten vorbei mit tausenden Zuschauern
-         Ich nehme das nächste Mal eine Uhr mit um keine Rechenfehler zu machen
-         Die Veranstalter vom Challenge Copenhagen sind sehr bemüht und ich denke die weiteren Jahre wird die Veranstaltung immer besser werden.
-         Die Finish Line Party hat den Namen nur in Roth verdient obwohl sogar Torbjörn Sinballe für Stimmung sorgte.
-         H&M steht für Hager&Mager => ich habe noch bei keiner Veranstaltung soviele durchtrainierte Athleten gesehen. Jemand mit Bierbauch suche ich vergebens. Muss mit den hohen Alkoholpreisen zu tun haben…
-        Ich brauche schnellstmöglich einen Drehmomentschlüssel

      Michi