Donnerstag, 14. Juli 2011

plattikowski


1. Runde am Solarer Berg

...so ungefähr fühle ich mich seit Sonntag. Heute geht es allerdings schon wieder besser und ich bin wieder erstaunlich gut drauf.

Gestern noch hatte ich Elephantenwaden, die doppelt so dick waren wie sonst. Dank der Massagen von meinem Spitzenphysio Stephan, sind sie jetzt allerdings wieder gazellengleich :) Mein Trikottattoo wird wohl mindestens bis zum nächsten Sommer halten, obwohl ich am Sonntag sogar Sonnencreme drauf hatte. Außerdem habe ich Hunger wie ein Bär, der aus seinem Winterschlaf erwacht. Ich könnte den ganzen Tag essen, komischerweise gelüstet es mich auch nur auf ungesunde Sachen.

In diesen Tagen muss man einfach auf den Körper hören und ihm geben was er will, also Gummibärchen, Döner und Bier...vielleicht nicht in dieser Kombination ;)

letzte Taperwoche vor Roth
Das Training der letzten Woche habe ich nicht mehr protokolliert, es glich eher lediglich einer leichten Bewegungstherapie. Die letzte Schlüsseleinheit war am Dienstag vor dem Rennen. Dreißig Minuten Vollgas auf dem Rad und abschließend maximal Laufen auf 15 Minuten. Anfänger sollten hier allerdings vorsichtig sein, da ein so entstandener Muskelkater u.U. sogar bis zum Renntag anhalten kann, und das ist natürlich nicht Sinn der Übung.

Die Einheit dient dem Ausspülen der letzten Glykosereserven und auch nochmal als Muskelreiz, um die Form nicht zu sehr absacken zu lassen. Anschließend zwei Tage hauptsächlich Eiweiss essen, damit der Körper in eine Art Glykogenmangel gestresst wird. Achtung, man kann sich sich platt und müde fühlen. "Er" ist davon dann so geschockt, dass er, wenn ihr ab Donnerstag abend bis zum Renntag wiederum hauptsächlich nur noch Kohlenhydrate esst, diesmal sogar noch mehr Glykogen einlagert als vorher. Nur aus dem Grund, weil "er" Angst hat, es kommt demnächst nochmal zu einem solchen Mangelzustand, denn er LIEBT Kohlenhydrate zur Energiebereitstellung!! ;) Aus diesem Grund erhöht die sogenannte "Saltins-Diät" auch die Leistungsreserven des Körpers für den Renntag, er ist länger in der Lage Energie aus seinen eigenen Speichern bereit zu stellen.

Nach der Einheit am Dienstag bringe ich ebenfalls den Muskeltonus heraus aus dem Körper (Sauna, Massage, Dehnen), damit die Muskeln sich komplett erholen können. Ab Donnerstag nachmittag allerdings, muss man den Muskeltonus wieder aufbauen (kurze Sprints, kleine Trainingseinheiten mit kurzer Wettkampfbelastung und Kälte), denn sonst sind sie am Wettkampftag nicht 100% leistungsbereit.

Insgesamt waren es wohl 6-7 Std. Training in der Taperwoche.

gute Erholung!
krelli

Dienstag, 12. Juli 2011

Hier noch drei Videos vom Sonntag

dank an Matze!

Video 1: ich nenne es mal "in der Ruhe liegt die Kraft"



Video 2: "missing in action" (meine Mütze hängt nicht absichtlich auf Ghetto-Style, das war die Helferin im Zelt ;)



Video 3: Zieldurchlauf "der sterbende Schwan"

Sonntag, 10. Juli 2011

8:49 in Roth!

Danke für die Bilder Steffen und Bernhard

Ich bin gerade bei km 26 als der Kommentator auf der Tribüne mich ankündigt: "und dort ist unser krelli aus Nürnberg...und er ist auf Kurs für 8:39 Std." Yeah, Schultern raus und mit stolz geschwellter Brust an den Zuschauern vorbei. Ein paar 100 Meter vor mir läuft Bernd Eichhorn, der Profi aus Roth und ich bin bald dran!

Aber beginnen wir von vorn. Pünktlich 6:30Uhr fällt der Startschuss am Kanal in Hilpoltstein. Der Start verläuft gut, bis auf einen Schlag ins Gesicht überstehe ich die ersten Keilereien unbeschadet. Mit gutem Gefühl schwimme ich um die Wendeboje und weiß dass ich nicht langsam unterwegs sein kann. Kurz vor Schluss komme ich in eine größere Gruppe und steige nach 54 Min. aus dem Wasser. Mein erster Gedanke: Danke Chuck!!! (für alle die nix damit anfangen können, ein paar blogs zurück gehen ;) Und das nach drei Wochen Training mit Chuck. Was passiert dann erst wenn ich den ganzen Winter im Keller mit ihm eingeschlossen bin?? An diesem Punkt fühlte ich mich jetzt schon, als hätte ich das Rennen gewonnen. Letztes Jahr konnte ich keinen einzigen Meter schwimmen und laborierte lange an einer Schulter-OP. Ich war mir nie sicher ob ich überhaupt wieder an meine alten Zeiten anknüpfen kann.


Rauf aufs Rad und erstmal mit viel zu hohen Puls los. Nach 30 Min. konnte ich mich dann wieder beruhigen und kurbelte die erste Radrunde relativ gemütlich vor mich hin. Irgendwann stellte ich fest, dass ich hinter mir eine ganze Entourage fröhlich durch die Gegend zog. Am Kalvarienberg entledigte ich mich meiner Anhängerschaft und fuhr immer näher an Chrissi Wellington heran. Das erste Mal Solarer Berg war wieder saucool. Oben stellte ich einen 170er Puls fest, mal wieder nicht gemerkt wie man scheinbar mühelos den Berg hochrast, vorbei an meinen Supportern. Anfangs der zweiten Runde fahre ich auf Chrissi auf und sehe dass sie von einer riesigen Gruppe begleitet wird. Das war mir dann wirklich zu blöd und ich fuhr vorbei und versuchte meinen Abstand auf 1-2 Min. auszubauen. Dieses Vorhaben kostete mich aber verhältnismäßig viel Energie, im Nachhinein betrachtet. Beim zweiten Mal Kalvarienberg überholte sie mich dann wieder, diesmal aber völlig allein. Ab hier war bei mir dann aber etwas die Luft raus und ich ließ den Puls unten und rollte "gemütlich" bis in die zweite Wechselzone. Nach 4:40 beendete ich das Radfahren und lief dem abschließenden Marathon entgegen.


Die ersten 3-4 Kilometer kam ich ganz schwer in den Tritt rein und musste wirklich beißen. Angekommen am Kanal ging es dann aber deutlich besser. Ich ließ meinen Teamkollegen Silvester vorbei und blieb hinter ihm in Schlagweite. Ab Kilometer 6 bekam ich auf einmal die "Vibes" und lief bester Laune und mit Rock auf den Ohren am Kanal entlang. Die darauf folgenden Kilometer flogen nur so an mir vorbei! Silvester musste ich dann leider auch irgendwann hinter mir lassen. Bei km 24 waren sie dann alle da, ich wurde lautstark von meinen Eltern, Großeltern, Freundin, Brüder und vielen mehr an der Strecke unterstützt, danke! Die gesamte Strecke entlang habe ich auch wahnsinnig viele Male "krelli, du schaffst das" o.ä. gehört, es war wirklich ein Traum. So ungefähr muss es sich beim Fußball anfühlen den Heimvorteil zu haben. Bei km 28, es lief gerade der Michael Jackson Mix, überlegte ich mir kurzzeitig ob ich für die tobende Menge den "Moon-Walk" andeuten sollte ;) Alles in allem, ich war genau auf Kurs.

Bei km 30, kurz nach der 2. Wende oben an der Brücke deutete sich dann allerdings an, was mich bis zum Schluss begleiten sollte. Aus heiterem Himmel bekam ich einen Krampf im hinteren Oberschenkel und Wade. Ich war völlig baff, einen Krampf im Wettlampf hatte ich noch nie!! Wieder los humpeln und weiter. Leider kam er dann in immer kürzeren Abständen wieder. Bis zum Schluss musste ich so öfters mal anhalten und dehnen. Naja, so verlor ich schon ein paar Minuten und auch noch zwei Plätze im Gesamtklassement. Stinksauer auf mich selber lief ich so die letzten Kilometer bis ins Ziel. Es wäre unrealistisch zu sagen, dass mich dies meine komplette Zeit gekostet hat, es werden wohl eher lediglich eine Handvoll Minuten gewesen sein. Aber in dem Moment fühlt es sich wie eine Ewigkeit an.

Dadurch kam ich auch ein bisschen aus dem Tritt. Sicherlich hätte ich gestern zum Schluss auch keine 8:39 Std. mehr erreicht. In 03:11 beendete ich letztendlich den Marathon. Gefreut habe ich mich trotzdem im Ziel und war zufrieden mit meiner Leistung, natürlich war es auch schön eine "4" an zweiter Stelle der Zielzeit zu sehen ;)

Am Schluss wurde ich gleich noch zu meiner ersten Doping-Kontrolle gebracht. Eine interessante Erfahrung direkt vor Leuten pinkeln zu müssen. Obwohl ich das erstmal natürlich nicht konnte, so dehydriert wie ich war. Nach zwei Flaschen Apfelschorle "lief" es dann aber wie am Schnürchen...haha

ein schöner Tag!
Jetzt erstmal Party und Fast-Food all day long!!!

krelli

P.S: natürlich darf man bei der ganzen Feierei nicht den tragischen Tod des Staffelschwimmers aus Forchheim vergessen. Ich habe es erst abends nach dem Rennen erfahren. Wenn ihr die Person oder die Familie kennt, sprecht euer Beileid aus. Habt in dieser Hinsicht keine Berührungsängste. Nichts wäre schlimmer als den Eindruck zu erwecken, dass es niemand mitbekommen hat oder interessiert.

Freitag, 8. Juli 2011

Rock`n Roth!!

So liebe Freunde, am Sonntag ist es mal wieder soweit und eine Langdistanz steht vor der Tür.
Heute nochmal Rad putzen und ab geht es um 06:30!!


Ich fühle mich gut und zum ersten Mal auch richtig ausgeruht :) Wenn ihr Lust habt, ich freue mich immer über lautstarke Unterstützung, das hilft mir speziell beim Laufen. Ihr erkennt mich am weißen GfK Oberteil (dem einzigen der gesamten Veranstaltung) und auch an der Nummer 41 ;)

Ich schwanke zwischen zwei Rennstrategien:

1. meine Sub-9 habe ich bereits, also mehr Risiko, sprich auf dem Rad
2. oder aber (eher wahrscheinlich), alles auf den Marathon zu werfen

Ich lasse mich überraschen ;)
bis Sonntag!

Dank an die Unterstützer
Hier wird es auch noch einmal Zeit mich bei den Leuten zu bedanken, die mich jederzeit unterstützen und mir damit so viel ermöglichen. Ich weiß es zu schätzen, danke euch!! (die Reihenfolge hat natürlich nix zu sagen, irgendwo muss ich anfangen ;)

Meine Julia, Eltern, Geschwister, Verwandte, Trainingskollegen und alle übrigen Supporter
Bernhard von der GfK
Meine Firma natürlich im Ganzen, die GfK
Jörg Brummer vom Bike Imperium
Rico und das komplette HaiBike Team
Tobi und Judith von Tricamp

Hannes Schmidt und das Arndt Team
Stephan für die magischen Hände des besten Physio
Robert Kellermann, Thomas Graf, meine Vereine, der VFL Nürnberg, ASC Kronach-Frankenwald
Frank, Anna und dem kompletten spomedis Team (für die Geduld, dass ich immer noch am zweiten Buch schreibe)

Mirko, Blei, Luke und der BePo
Bennie und meine Idole und Vorbilder mit denen ich am Sonntag auf der Startlinie stehe

krelli

Dienstag, 5. Juli 2011

Playlist für Sonntag


Dieses Jahr werde ich zum ersten Mal zum Laufen eine MP3 Sonnenbrille beim abschließenden Marathon tragen. Bei Challenge Rennen ist dies ja im Gegensatz zu anderen Rennen ausdrücklich erlaubt.

Im Endeffekt laufe ich 99% meiner Einheiten mit Musik, ich nehme nun an, dass es mir vielleicht auch hilft im Wettkampf einen guten Split hinzubekommen. Auf der Langdistanz geht das sogar, da ist ja das Lauftempo relativ gemütlich. Auf kürzeren Strecken ist es eher nervig nach einer Weile und lenkt ab.
Aber am Sonntag wäre das ok, eine Ablenkung zwischen den langen und einsamen Kilometern ist da genau das Richtige.

Jetzt überlege ich mir nur noch, wer alles mit muss:
Foo Fighters
Billy Idol
Black Rebel Motorcycle Club
Pacifier
Queens of the Stoneage
Nine Inch Nails
Moby
Prodigy

weitere Ideen??

Grüße
krelli

Montag, 4. Juli 2011

Tapering Training letzte Woche

zum Vergrößern anklicken

Letzte Woche begann meine Tapering Phase. Drei Schlüsseleinheiten standen auf dem Plan. Kurz gesagt, koppeln im Wettkampftempo. Mittwoch und Freitag hat auch super geklappt, nur gestern hatte ich einen Platten und mir war danach so kalt als ich zuhause ankam, dass ich nix weiter gemacht habe. Die Zeit zwischen den wichtigen Einheiten füllte ich mit Schwimmen, auch eher im flotten Tempo.

Viele setzen Tapering mit Erholung gleich. Ganz so einfach ist es aber leider nicht. Je nachdem wie viel ihr trainiert, desto länger müsst ihr tapern. Angenommen es gibt Leute die 40Std./Woche trainieren, die dürfen dann auch bis zu vier Wochen tapern. Unsereins mit 10-20 Std. /Woche, dort reichen zwei Wochen völlig aus, bei der unteren Grenze auch eine Woche. Solltet ihr nur ausruhen, seid ihr zwar völlig erholt, verliert aber auch Form! Daher fährt man im Allgemeinen den Umfang runter, aber behält die Intensität bei, bzw. steigert sie nochmals leicht. Besonders in der ersten von zwei Tapering Wochen sollte man noch einmal eine Formzuspitzung "provozieren", in der darauffolgenden Woche kann man dann "ausruhen".

Fortgeschrittene können von Dienstag bis Donnerstag abend auch eine Saltin-Diät durchführen, die ich allerdings nur in gemäßigter Form durchlaufe, und dann ab Donnerstag abend Glykogen-Speicherung betreiben. Je nachdem was für ein Typ ihr seid, bringt euch das 15-45min extra (Eigen)Treibstoff für den Wettkampftag. Nicht viel, werdet ihr denken, aber in Kombination mit den zugeführten Gels und Drinks ergibt das schon eine passable Menge.


Dorian beim Ironman Klagenfurt
Abseitz des neuen Weltrekordes gestern beim Ironman Austria (Marino Vanhoenacker in 07:45:55), absolvierte mein Sportkollege Dorian Wagner aus Allersberg seinen ersten Ironman in 08:37 Std. An dieser Stelle nochmals Glückwunsch zu der Leistung, alle Hüte ab!!

haut rein!
krelli