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Donnerstag, 6. Oktober 2011
Post von Thomas...die zweite
Aloha zum letzten Mal
die "race week" ist schon angebrochen, meine Tage sind gezählt - es waren mit die schönsten in meinem Leben...bin allen ewig dankbar, (warte doch mal noch den Samstag ab, Anm.d.Red.)
(Trainingskollegen, Ratgeber, ALLEN einfach und ich vergess keinen ; )
die Gegend hier in Kona, Hawaii entwickelt sich auch ausserhalb des Ozeans zum Haifischbecken, man wird überall beäugt und ALLES -betone: ALLES was man tut (essen, träumen, Sporteinheiten) wird hinterfragt:
"macht das schneller?" - ist der wohl schneller als ich? (sind deutliche Zeichen von Unsicherheit...bei den anderen Thomas!!)
Die Frankenfahne ist aufgestellt und weht kräftig - das ist gut, weniger gut sind die riesigen Wellen im Meer.
(die meisten werden sie nicht kennen, so schaut sie aus :)
Zur Tria-WG:
Die Gründerin und Chefin einer Sportklamottenfirma (Fa. RONO) zog ein. Michi Göhner und ich im Ehebett - sie im Klabbett --> die Positionen werden jeden Tag neu erkämpft. Es ist jetzt nicht mehr so unbekümmert, wenn man einfach mal Luft ablassen muss.... (ähem, meinst du das wörtlich?)
Wie machen das nur alles in Beziehung lebenden Männer? (alles ist möglich, ich geb dir gern paar Ratschläge wenn du wieder da bist :)
Neulich nachm Training fuhr ich wie üblich mit dem Rad zum Hotelzimmer. Normalerweise Tür auf und schneller Wechsel. Doch da wartete ein Mann mit Koffer. Er hielt mich für Michi Göhner. Dachte er bringt Geld, Sponsoring, oder oder.... dafür wär ich kurz Hr. Göhner geblieben. Als aber aber sich als Doping-Fahnder outete und Pipi sehen wollte - > naja das lies ich dann den Profi selbst machen. Vorpinkeln unter Beobachtung find ich ja nicht witzig. (ja, zeigt das die Dopingfahnder auch wirklich die Sportler kennen :) Wenn der dich für Michi Göhner gehalten hat, dann bin ich beim nächsten mal der Timo...haha)
Die Rono-Chefin stand neulich morgens mit Bikini und der frischen Kaffee-Kanne in der Küche. Leute, ich dachte fürn paar min. ich bin im Paradies ... (meine männlichen Leser schreiben gerade, dass sie nun auch endlich ein Bild sehen wollen! ;)
Kochen: Seid Simone da ist, wird versucht mehrere Gänge zu zaubern. Mama: einzige was ich mache und nun kann ist die Spülmaschine einzuräumen UND einzuschalten. Bei der Waschmaschine brauchte ich schon Hilfe vom Profitriathleten. (ok Thomas, wird Zeit für deine nächste Beziehung)
Simone überholte beim Laufen schon Michi (aufm Weg zum Klo)
Sportliches:
Schwimmen: die Schildkröten an Land sind schneller, ich hoff am SA auf meine Delphin-Freunde (mal gucken ob die Bock haben so früh aufzustehen)
Rad: nur Gegenwind und Plattfüße
Laufen: geht nicht mehr, die A-Sehne tut so weh (ja dann mach endlich mal Laufpause bis Samstag!)
Alle wollen unter die top ten. Das ist nun auch mein Ziel: 1. Ziellinie. 2. top ten (hours) 3. Frankenfahne
(richtig so, einfach mal bescheiden bleiben, aber das packst du Thomas)
Tatoo-Umfrage vom letzten mal:
Ergebnis: Schildkröte auf die eine, Delphin auf die andere Backe. Meintet ihr die Backe im Gesicht oder die A-Backe? (mmhh...diese Entscheidung überlasse ich gern den anderen :)
Stimmung ist top.
Mama: war SO auch in der Kirche - kaum was verstanden.
Neuer Nachbar ist nun Jan Raphael und seine Freundin. Bei Timo Bracht zog die Familie + Schwiegermama ein. Neulich kam ein ... Masseur in unsere WG. Ich hoffte vergeblich auf eine Physiotherapeutin. Folglich sind meine Muskeln noch "hart". (ich dachte du wärst im Paradis, da gibt es doch keine männlichen Masseure...lach)
Hab mir ein T-shirt schenken lassen, dass nur die top-ten der Welt bekamen. Damit lauf ich mal morgen durch die Straße. (Bescheidenheit, die zweite, Thomas du bist echt ein bodenständiger Kerl! :)
Kult hier in Kona: Mr. Cowman: http://www.youtube.com/watch?v=KQL0vzC0zvI
Auf facebook stell ich paar Bilder.
machts gut
mahalo (danke) für euer Interesse...
ich geb alles - bis zum Schluss
Euer
Thomas
Freitag, 16. September 2011
Sonntag, 10. Juli 2011
8:49 in Roth!
Danke für die Bilder Steffen und Bernhard
Ich bin gerade bei km 26 als der Kommentator auf der Tribüne mich ankündigt: "und dort ist unser krelli aus Nürnberg...und er ist auf Kurs für 8:39 Std." Yeah, Schultern raus und mit stolz geschwellter Brust an den Zuschauern vorbei. Ein paar 100 Meter vor mir läuft Bernd Eichhorn, der Profi aus Roth und ich bin bald dran!
Aber beginnen wir von vorn. Pünktlich 6:30Uhr fällt der Startschuss am Kanal in Hilpoltstein. Der Start verläuft gut, bis auf einen Schlag ins Gesicht überstehe ich die ersten Keilereien unbeschadet. Mit gutem Gefühl schwimme ich um die Wendeboje und weiß dass ich nicht langsam unterwegs sein kann. Kurz vor Schluss komme ich in eine größere Gruppe und steige nach 54 Min. aus dem Wasser. Mein erster Gedanke: Danke Chuck!!! (für alle die nix damit anfangen können, ein paar blogs zurück gehen ;) Und das nach drei Wochen Training mit Chuck. Was passiert dann erst wenn ich den ganzen Winter im Keller mit ihm eingeschlossen bin?? An diesem Punkt fühlte ich mich jetzt schon, als hätte ich das Rennen gewonnen. Letztes Jahr konnte ich keinen einzigen Meter schwimmen und laborierte lange an einer Schulter-OP. Ich war mir nie sicher ob ich überhaupt wieder an meine alten Zeiten anknüpfen kann.
Rauf aufs Rad und erstmal mit viel zu hohen Puls los. Nach 30 Min. konnte ich mich dann wieder beruhigen und kurbelte die erste Radrunde relativ gemütlich vor mich hin. Irgendwann stellte ich fest, dass ich hinter mir eine ganze Entourage fröhlich durch die Gegend zog. Am Kalvarienberg entledigte ich mich meiner Anhängerschaft und fuhr immer näher an Chrissi Wellington heran. Das erste Mal Solarer Berg war wieder saucool. Oben stellte ich einen 170er Puls fest, mal wieder nicht gemerkt wie man scheinbar mühelos den Berg hochrast, vorbei an meinen Supportern. Anfangs der zweiten Runde fahre ich auf Chrissi auf und sehe dass sie von einer riesigen Gruppe begleitet wird. Das war mir dann wirklich zu blöd und ich fuhr vorbei und versuchte meinen Abstand auf 1-2 Min. auszubauen. Dieses Vorhaben kostete mich aber verhältnismäßig viel Energie, im Nachhinein betrachtet. Beim zweiten Mal Kalvarienberg überholte sie mich dann wieder, diesmal aber völlig allein. Ab hier war bei mir dann aber etwas die Luft raus und ich ließ den Puls unten und rollte "gemütlich" bis in die zweite Wechselzone. Nach 4:40 beendete ich das Radfahren und lief dem abschließenden Marathon entgegen.
Die ersten 3-4 Kilometer kam ich ganz schwer in den Tritt rein und musste wirklich beißen. Angekommen am Kanal ging es dann aber deutlich besser. Ich ließ meinen Teamkollegen Silvester vorbei und blieb hinter ihm in Schlagweite. Ab Kilometer 6 bekam ich auf einmal die "Vibes" und lief bester Laune und mit Rock auf den Ohren am Kanal entlang. Die darauf folgenden Kilometer flogen nur so an mir vorbei! Silvester musste ich dann leider auch irgendwann hinter mir lassen. Bei km 24 waren sie dann alle da, ich wurde lautstark von meinen Eltern, Großeltern, Freundin, Brüder und vielen mehr an der Strecke unterstützt, danke! Die gesamte Strecke entlang habe ich auch wahnsinnig viele Male "krelli, du schaffst das" o.ä. gehört, es war wirklich ein Traum. So ungefähr muss es sich beim Fußball anfühlen den Heimvorteil zu haben. Bei km 28, es lief gerade der Michael Jackson Mix, überlegte ich mir kurzzeitig ob ich für die tobende Menge den "Moon-Walk" andeuten sollte ;) Alles in allem, ich war genau auf Kurs.
Bei km 30, kurz nach der 2. Wende oben an der Brücke deutete sich dann allerdings an, was mich bis zum Schluss begleiten sollte. Aus heiterem Himmel bekam ich einen Krampf im hinteren Oberschenkel und Wade. Ich war völlig baff, einen Krampf im Wettlampf hatte ich noch nie!! Wieder los humpeln und weiter. Leider kam er dann in immer kürzeren Abständen wieder. Bis zum Schluss musste ich so öfters mal anhalten und dehnen. Naja, so verlor ich schon ein paar Minuten und auch noch zwei Plätze im Gesamtklassement. Stinksauer auf mich selber lief ich so die letzten Kilometer bis ins Ziel. Es wäre unrealistisch zu sagen, dass mich dies meine komplette Zeit gekostet hat, es werden wohl eher lediglich eine Handvoll Minuten gewesen sein. Aber in dem Moment fühlt es sich wie eine Ewigkeit an.
Dadurch kam ich auch ein bisschen aus dem Tritt. Sicherlich hätte ich gestern zum Schluss auch keine 8:39 Std. mehr erreicht. In 03:11 beendete ich letztendlich den Marathon. Gefreut habe ich mich trotzdem im Ziel und war zufrieden mit meiner Leistung, natürlich war es auch schön eine "4" an zweiter Stelle der Zielzeit zu sehen ;)
Am Schluss wurde ich gleich noch zu meiner ersten Doping-Kontrolle gebracht. Eine interessante Erfahrung direkt vor Leuten pinkeln zu müssen. Obwohl ich das erstmal natürlich nicht konnte, so dehydriert wie ich war. Nach zwei Flaschen Apfelschorle "lief" es dann aber wie am Schnürchen...haha
ein schöner Tag!
Jetzt erstmal Party und Fast-Food all day long!!!
krelli
P.S: natürlich darf man bei der ganzen Feierei nicht den tragischen Tod des Staffelschwimmers aus Forchheim vergessen. Ich habe es erst abends nach dem Rennen erfahren. Wenn ihr die Person oder die Familie kennt, sprecht euer Beileid aus. Habt in dieser Hinsicht keine Berührungsängste. Nichts wäre schlimmer als den Eindruck zu erwecken, dass es niemand mitbekommen hat oder interessiert.
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