Posts mit dem Label 24-Stunden-Radrennen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label 24-Stunden-Radrennen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 28. Juli 2012

Erlebnisbericht 24-Std. Radrennen Thorsten Eckert



Wer schon immer mal wissen wollte, wie es sich anfühlt ein 24-Std. Radrennen zu bestreiten, hier der Erlebnisbericht von Thorsten:

Vorletztes Wochenende fand das 24h-Rennen in Kelheim statt. Ich sag's euch, das war ne harte Nummer. Die Wettervorhersage war ja nicht so prickelnd, es hieß morgens noch Regen, dauerhaft kalt, aber ab mittag dann trocken; um 13h kam ne fette Wolke, um 13:30h fing es dann so richtig an zu kübeln, Start war 14h. Ich bin dann die ersten 3h im Regen gefahren, es hat dann zwar aufgehört, aber die Straßen waren halt trotzdem nass; nach knapp 7h, also um 20:45h bin ich dann das erste Mal ins Fahrerlagen, total durchnässt und verfroren; aber witzigerweise lief's bis dahin echt gut, jede Runde (offiziell 17,2km, in echt 16,5km) in 30-32min, also rund ein 33er-Schnitt, wobei jede Runde 180HM hat. Um 21:30h bin ich dann mit Licht wieder weitergefahren, um 22h fing es wieder zu regnen an, ich war wieder tropfnass, arschkalt war es; gegen 24h (16.Runde) musste ich anhalten weil ich einen Schüttelfrost hatte, da wollte ich schon direkt zurück ins Fahrerlager und mich einfach hinlegen, na ja, ich bin trotzdem weitergefahren und habe mich von Runde zu Runde geschleppt, bitterer Kälte, nassen Straßen, nassen Klamotten, Nebel, Nacht, sehr kalten Wind und meine Beine waren auch im Arsch, aber um 2:30h ging es einfach nicht mehr (da hatte ich dann schon 21 Runden), ich konnte kaum noch schalten so tiefgefroren waren die Hände; ich bin ins Fahrerlager, habe alles an Klamotten angezogen was ich mit hatte, ne Suppe geschlürft und habe mich (auch auf Anraten der anderen) für 2,5h ins Auto gelegt. 
 
Geschlafen habe ich nicht, aber einfach nur liegen und etwas dösen... Um 5:30h habe ich mich dann im Auto umgezogen (Winterklamotten, Neoprensocken, Überschuhe, Winterhandschuhe etc.!!), bin aufgestanden und habe mich verhältnismäßig gut gefühlt; habe was gegessen und bin kurz vor 6h wieder los gefahren. Es war arschkalt, aber meine Beine haben sich verhältnismäßig gut angefühlt; bis auf zwei drei kleineren Stopps um Getränke aufzufüllen konnte ich dann bis 14h fahren, na ja 13:40h, die letzten beiden Runde habe ich es dann ausklingen lassen, vielleicht wäre noch eine mehr gegangen, aber ich wollte das dann einfach noch geniesen...
 
In Summe war es trotz Schrottwetters ein super Erlebnis, mit Höhen und einen Tiefpunkt, mit vielen vielen kleinen Gegebenheiten auf der Strecke, gute Stimmung, eine super Erfahrung... Im Nachhinein war es vielleicht sogar gut, dass ich nachts eine Pause machen musste, da ich mich dann ab 6h echt gut gefühlt habe und sogar nach 14h noch hätte weiterfahren können...
Was mich auch wundert ist, dass sich meine Beine und so heute nach dem Rennen wirklich ganz gut anfühlen, ich merke kaum etwas, ein bisschen Müdigkeit, klar, aber sonst fühle ich mich gut; einzig, die letzten 3-4h am Sonntag, da hat mir der Rücken tierisch geschmerzt, aber das geht heute auch wieder...
 
Ich kann mir vorstellen so etwas nochmals zu machen, aber nie wieder bei Regen, Regen und Kälte vertrage ich einfach überhaupt nicht…
Ansonsten ist das Rennen wirklich zu empfehlen, von den Top5 Einzelstarter und Staffeln mal abgesehen, ist das wirklich eine Spaßveranstaltung, bei dem man sich gegenseitig hilft, das Startgeld wird zu 100% gespendet, diese extreme Ernsthaftigkeit fehlt zum Glück auch; so sieht man dann hin und wieder welche mit Trachtenkleidung umher fahren oder mit Kinderrädern und Rucksack… oder man sieht den 82jährigen, der mit Hornbrille, Baumwoll-Shirt, Stadtrad, Plastiktüten an den Füßen gegen den Regen 19 Runden fährt, also über 300km!!!!!!
Ach ja, ich selbst bin 34 Runden gefahren, sprich rund 560km, Nettofahrzeit 18:40h, dh 30er-Schnitt, ist glaube ich ganz gut :-)… und davon waren in Summe rund 25km Kopfsteinpflaster dabei!!!
 
Grüße
Thorsten

Freitag, 26. August 2011

Erlebnis 24-Stunden-Rennen

Wer schon immer mal wissen wollte, was einen bewegt bei so einem Schlafentzugsprogramm mitzumachen, hier der Erfahrungsbericht meines Kumpels Michi:

noch lachen sie ;)

LLLIIIINNNNKKKKSSSS, diesen Ruf bekomme ich seit dem Wochenende nicht mehr aus dem Ohr

Hier mal kurz eine Erklärung dafür.
Nachdem ich mal wieder in meinem jugendlichen Leichtsinn einen Startplatz für das 24h MTB Rennen in der Maxhütte - Sulzbach-Rosenberg(4er Team) gewonnen hatte stellte ich eine Mannschaft zusammen und war am Start. Dazu muss man sagen, dass zwar 2 Mitglieder der Mannschaft schonmal im Vorjahr am Start waren, der dritte Kollege und ich jedoch so gut wie keine MTB Erfahrung, schon gar nicht offroad und single Trail hatten. Mit meinen über 4000 Rennradkilometern fühlte ich mich aber gut vorbereitet. Am Wochenende vorm dem Rennen gabs noch die Streckenbesichtigung und da hab ich dann schon schnell bemerkt, dass das kein Spaß wird. Jetzt war mir klar warum sich das ganze WM nennt...

Aber hilft ja nichts, das WE vom 20ten August war da und das Team Erdinger Alkoholfrei am Start. Zunächst fuhr jeder von uns 2 Runden und danach wurde abgeklatscht und der nächste war am Start. Als dritter der Mannschaft ging ich ins Rennen. Zunächst eine flache Strecke, in halber Aeroposition drückte ich gleichmal aufs Gas. Dann durch eine Halle deren Boden gut mit Geröll gefüllt war. Danach nochmal ein relativ schneller Streckenteil bevor es dann in den technischen Teil ging. Der technische Teil ging zunächst wieder durch eine Halle, diesesmal aber durch kleine Räume bei denen man kurz antreten und sofort wieder abbremsen mußte. Aus dem letzten Raum raus gings steil den Berg rauf. Gottseidank nur ca. 20 Meter, die reichen aber aus, dass die Oberschenkel brennen.

Von diesen kurzen, giftigen Anstiegen gab es 3 Stück wobei teilweise auf der Strecke immer noch Wasser stand (Regen am Freitag). Nach einer kurzen Abfahrt auf Teer gings in eine Passage der Motocrossstrecke mit Steilkurven und alles was dazugehört. Dann eine wirklich steile Abfahrt (und ich meine WIRKLICH steil) und dann ein Singletrail der zwar relativ kurz war, sich aber gewaschen hat. Bei dem Singletrail war "LINKS", also die Aufforderung rechts zu fahren weil jemand links überholen will, mein ständiger Begleiter. Mit Erfahrungen vom Zeitfahren kommt man hier sehr schlecht weiter. Nach dem Singletrail noch eine Geröllpassage und die zurück in die Maxhütte. Hier war das Highlight, dass man durch eine Röhre in den ersten Stock fährt. Dann noch kurz Gas geben, Kehre um 180 Grad und die Runde ist um. Nun gehts entweder in die zweite Runde oder in die Wechselzone.


Am Tag alles noch relativ gut machbar wenn man sich konzentriert aber ein 24h Rennen geht auch durch die Nacht. Ich hatte mir extra noch eine Radlampe mit 40 Lux besorgt. Also eine richtig gute (Im STraßenverkehr sind 15 Lux gefordert). Das was ich aber dann teilweise bei anderen Mountainbikern gesehen habe läßt teilweise Autoscheinwerfer verblassen. Hier waren teilweise komplette Scheinwerferbatterien (Eigenbau) im Einsatz. Die auf dem Helm montierten Kopflampen hatten meist schon eine größere Strahlkraft als mein montiertes Radlicht. Besonders Nachts den Singletrail runter war es wirklich hart. Meist hörte ich schon gar kein Links mehr da die schnelleren Teilnehmer links und rechts an mir vorbeigeschossen sind. Die müssen ein Nachtsichtgerät gehabt haben.

Nach 24 Stunden mit ca. 2 Stunden Schlaf war dann die letzte Teamrunde geschafft. Wir waren alle froh, dass wir das Ganze halbwegs unfallfrei (3 von 4 haben nun Schürfwunden) überlebt haben. Zur Nachamung ist das wirklich nur für erfahrene Mountainbiker gedacht, der "Hobbysportler" wird sehr schnell einsehen, dass hier nicht seine Liga am Start war. Das Ding ist nicht umsonst eine WM. Noch kurz ein paar Daten zum Abschluß:

Meine schnellste Runde 19:25 Minuten - schnellste Runde aller Teilnehmer 15:04 (Total krank!)
Teamrunden gesamt: 62 - meiste Teamrunden im 4er Team: 88 - Runden des Siegers der Einzelkonkurrenz: 71 (Wahnsinn!!!)
Runden, die das beste Frauentem mehr gefahren ist als wir: 4
Massagen: 1 (gabs kostenlos für Teilnehmer, super Sache!)
getrunkene Erdinger Alkoholfrei: 9 (0,5 Liter)
"Links" Rufe gehört / Runde: ca. 10
gesehene Stürze: 5 (gottseidank kein schlimmer dabei gewesen)

Meine Gesamtbilanz: 16 gefahrene Runden (je 7,4km mit ca. 100 Höhenmetern)

Der spätere Sieger in orange

Wer durch den Bericht jetzt noch nicht abgeschreckt wurde, hier kann man sich für nächstes Jahr anmelden: http://www.sog-events.de/