Dienstag, 27. März 2007

Ironman Südafrika 2007

Mitte März machten wir (Dobi und Michael) uns auf den Weg ins sonnige Südafrika, um den dortigen Ironman zu bestreiten. Die Saisonvorbereitung war dank unseres eher milden Winters doch relativ gut und ermöglichte uns mit ein paar Kilometern in den Beinen an den Start zu gehen. Genau wie Dobi, bekam ich kurz vorher meinen neuen Flitzer der Dank seines rot/weißen Designs gut zu meinem Helm passte.

Wir landeten in Port Elizabeth einige Tage vor dem Wettkampf und konnten uns so noch ein wenig akklimatisieren, und für mich war es das erste Mal dass ich die gesamte Rennorganisation und -vorbereitung und die sich immer mehr steigende Spannung miterlebte. Da sämtliche Strecken feststanden, konnten wir zuvor ein paar Mal die Schwimmstrecke abschwimmen und eine 60km Runde auf dem Rad abspulen. Unsere erste Enttäuschung mussten wir erleben als wir eine Schwimmrunde abschwammen, dies relativ flott machten und trotzdem 33 Minuten brauchten, das verhieß für den Wettkampftag nichts Gutes.Die Radstrecke war in der ersten Hälfte kein Vergnügen, da wir mitten durch den Stadtverkehr fuhren und uns sämtliche Autos und alles was sonst noch 4 Räder hatte, die Vorfahrt nahm und den Weg schnitt. Fahrradfahrer waren hier anscheinend kein gewohnter Anblick. In der zweiten Hälfte waren wir endlich der Stadt entkommen und es wurde ungewohnt ruhig auf der Strasse, dafür war der Asphalt auf einmal rau und der Wind heftig. Das letzte Drittel der Radstrecke entschädigte allerdings für alles, hier führte der Weg direkt am Meer entlang und der Ausblick war der helle Wahnsinn, leider genauso wie der Wind, so dass wir nach genau 2h wieder an unserer Pension ankamen.

Untergebracht waren wir in direkter Nähe zum Schwimmstart, in einer kleinen aber wirklich schönen Pension mit tollem Frühstück. Die letzten 2 Tage verliefen noch ruhig und wir konnten noch einmal letzte Kräfte sammeln. Etwas unruhiger waren einige Mitstarter die bis zur letzten Minute noch den Pier hoch und runter rannten oder wie der schwedische Profi Björn Anderson, andauernd vor unserer Nase die Küstenstraße entlangdüste.Samstag war Bike-Check-In, inklusive bestaunen aller anderen Fahrräder und deren durchtrainierten Eigentümer. Nach Abgabe der Wechselbeutel wurde man sogar gewogen und das Gewicht, bei mir 82,2kg, auf die Hand geschrieben. Was es damit auf sich hatte musste ich leider später nach dem Zieleinlauf erfahren. Nach einer für mich halbwegs erholsamen Nacht, wie es Dobi erging weiß ich leider nicht, machte ich mich früh gegen 5Uhr auf in die Wechselzone. Nachdem ich bestimmt 243-mal alles am Rad kontrollierte und checkte war es auch schon hell und der Schwimmstart nicht mehr fern.

Das Einschwimmen verpasste ich, da ich bis zum Schluss nicht gecheckt hatte welcher Einstieg dafür zu benutzen gewesen wäre. Also versuchte ich mich soweit wie möglich vorn hin zu stellen und landete in der dritten Reihe. Die 1500 Wettbewerber standen in einem 50 breiten Korridor in endlosen Schlangen hintereinander aufgereiht und bildeten einen famosen Anblick. Die Profis durften sich etwas 15m vor uns an das Wasser stellen, was sich allerdings einige Sekunden später als zu wenig herausstellte! Nach dem Startschuss rannten die meisten los als wenn es kein Morgen gäbe und die Vorausgestarteten wurden nach 5 Sekunden von einer wildgewordenen Agegrouper-Meute im Wasser verprügelt. Die Wellen waren mit 2,5 Metern sehr hoch und spuckten nicht wenige Schwimmer wieder am Strand aus. Meine anfängliche Taktik, ganz rechts zu schwimmen, war nicht durchführbar, weil ich innerhalb von einigen Millisekunden einfach eingezingelt wurde. Die Prügelei löste sich zu meinem Erstaunen nach der ersten Wendeboje jedoch schnell auf und ich konnte ungehindert losschwimmen. Nachdem ich die ganze Zeit neben Natascha Badmann, dank ihrer Badekappe eindeutig zu erkennen, schwamm und ihr sogar einmal meinen Schwimmschatten anbot (dafür müsste sie mir eigentlich was vom Preisgeld abgeben!), war das alte Wettkampfgefühl zurück! Ich freute mich auf alles was kommen sollte. Die erste Runde lief mit ca.34min erwartungsgemäß, ich stellte allerdings fest dass wir mindestens 200m am Strand umher rannten bevor wir wieder gegen die stärker werdenden Wellen ankämpfen durften. Etwas enttäuscht von meiner Zeit, nichtahnend dass die Schwimmzeiten im Allgemeinen recht langsam waren und der schnellste gerade mal knapp eine Stunde gebraucht hatte. Also rannte ich nach 1:12h und dabei richtig k.o. und noch völlig desorientiert in die Wechselzone. Durch die Wellen wäre ich fast seekrank geworden!

Der Wechsel lief gut, allerdings etwas zu langsam, hier muss ich noch mehr üben. Auf dem Rad fühlte ich mich gleich viel wohler und musste mich gleich von Anfang an bremsen, nicht zu schnell loszufahren. Ich hatte nämlich vor dem Rennen beschlossen genau meine Pulswerte einzuhalten, welche ich mir beim Radfahren auf 150-155 setzte, ca. 10-15 Schläge unter meiner Schwelle. Diesmal war der komplette Radparcours abgesperrt und wir konnten ungehindert den Highway entlang brettern. Von Anfang an lief das Radfahren super, obwohl ich mich zurückhielt, holte ich einen nach dem anderen ein. Irgendwann bei km 40 fuhr ich dann auf Dobi auf, den ich erst gar nicht erkannte weil er ein Langarmtrikot anhatte. "Dobi, war dir kalt??" Von da an, entfachte sich ein spannendes Rennen zwischen uns in der keiner weit weg vom anderen war. Nur gegen Ende konnte ich etwas Vorsprung herausfahren, der auch bitter nötig war, da ich einige Meter vorm zweiten Wechsel meine GPS Uhr und meinen rechten Schuh verlor, als ich ganz professionell schon im Fahren aus den Schuhen aussteigen wollte. Hier gleich die Warnung an alle, wenn dann unbedingt vorher üben, ansonsten wird das nichts und ihr verliert wie ich, wertvolle Zeit beim Einsammeln. Aber nicht so schnell. Nach der ersten Runde schaute ich auf die Uhr und traute meinen Augen kaum so schnell war ich unterwegs. Hier noch mal besten Dank an Sebastian, der mein Fahrrad zuvor einwandfrei montiert und genau passend eingestellt hatte. Tolles Teil! Das Radfahren verlief super, außer einer kleinen Schwächephase nach der 2ten von 3 Runden und dem Umstand dass ich weniger aß als ich geplant hatte und dass mir in der letzten Runde ein Affe 5m vors Rad lief, war ich mit dem Radsplit von 5:06h richtig zufrieden. Dies war die 19. beste Radzeit überhaupt und wie ich später beim Laufen mitbekam auch schneller als so mancher Profi unterwegs war. (Schulterklopf! ;)

Mein Wechsel verlief wie vorhin erwähnt etwas turbulent ab, mit meiner Uhr im Mund, meinem rechten Schuh in der Hand und den linken am Fuß lief ich etwas orientierungslos im Wechselgarten herum bis mir endlich ein Posten den richtigen Weg zeigte. Der Service im Wechselzelt war dafür umso besser, Sonnencreme und ein aufmunterndes Lächeln und ab ging die Post. Dann passierte mir was ich eigentlich vermeiden wollte, ich lief zu schnell los. Laut meiner Pulsuhr, die Pulsschläge im 150er Bereich anzeigte, lief ich im guten Bereich, später bei Anschauen der Zeiten stellte ich allerdings fest dass ich anfangs im 4:05er Schnitt lief, in der Mitte einen 4:54er und am Schluss nur noch einen 5:45er Schnitt. Daraus erfolgt für das nächste Mal die Erkenntnis unbedingt die Geschwindigkeit mit zu berücksichtigen und nicht nur auf die Pulsuhr zu schauen. Dank meiner anfänglichen Laufgeschwindigkeit kam ich richtig gut voran und war super drauf als mich nach 10km ein Profi überholte und mich fragte ob ich einer von den Schweden sei. Dies konnte ich zum Glück verneinen, "ich mein mal ehrlich, so blond bin ich nun auch nicht!" Leider erwischte mich dann mitten in meiner Hochphase als ich gerade die Cheerleader angefeuert hatte, der Mann mit dem Hammer. Oh mist, dachte ich mir, und das jetzt schon in der 2ten von drei Runden. Von da an schaufelte ich noch mehr in mich hinein, inkl. ekelhafter Koffein-Gels und Sandwichstückchen in denen irgendwas Schwarzes drin war. Leider trank ich zuwenig, wie sich später herausstellen sollte. Obwohl ich mich tapfer wehrte, ließ mich der Hammermann nicht mehr los. Schritt für Schritt wurde es schwerer und die Motivation kehrte sich ins Gegenteil um. Der Laufkurs führte uns entlang der Strandpromenade, später durch das Unigelände und wieder zurück. Als ich gerade vom Wechselpunkt in die letzte Runde einbog sah ich kurz darauf Dobi, der jetzt wieder näher herangekommen war, was mich motivierte noch mal ein paar Kohlen drauf zu legen und nicht das Gehen anzufangen. Es war nur unheimlich schwer, weil ich einfach nur noch fertig war und die Ziellinie sehen wollte. Also heftete ich mich an einen überrundeten an, der mich gerade überholt hatte und ließ mich bis zum Schluss mitziehen. Endlich sah ich die Ziellinie, leider hatte ich gerade die 10 Stunden Marke verpasst, was mir zu diesem Zeitpunkt jedoch ziemlich egal war, so froh war ich das Ganze endlich beenden zu dürfen.

Das Rennen beendete ich als insgesamt 32. und 4. meiner Altersklasse. Damit bin ich hoch zufrieden.Nach der Ziellinie wurde mir bewusst wie sehr mich das ganze angestrengt hatte, ein paar Bissen konnte ich zu mir nehmen, bevor mir dann so schlecht wurde dass ich ins medizinische Zelt musste. Dort wurde ich erst einmal gewogen und zu meinem Erstaunen wog ich jetzt nur noch 77kg, ganze 5kg weniger als vor dem Start!!!Geschlagene 2h lag ich im Zelt herum und mir wurden ganze dreimal ein Liter Nährstofflösung injiziert. Trotzdem sackte mein Blutdruck immer wieder auf 65 zu 40 ab bis er sich endlich stabilisiert hatte und ich gehen konnte. Eine kleine Anekdote noch, am nächsten Tag bei der Hawaiivergabe begleitete ich einen Bekannten der in meiner AK 2ter wurde und wollte wissen ob er es schaffte. Als unsere Altersklasse endlich dran kam, hieß es 3 slots wären zu vergeben. Oh, dachte ich mir, super Sache, vielleicht hast du ja Glück. Der erste unserer AK lehnte ab, was bedeutete dass ich es geschafft hatte einen Hawaii slot zu bekommen!! Der Jubel war grenzenlos. 10 Minuten und einige Diskussionen später, wurde unser dritter slot dann an eine ältere AK vergeben und weg war er wieder, mein erster Quali slot für Hawaii. Etwas enttäuscht war ich schon, aber es hielt sich zum Glück in Grenzen da ich eh nicht damit gerechnet habe und es noch für zu früh empfunden hätte.In Frankfurt am 01. Juli starte ich den nächsten Versuch!

Donnerstag, 27. Juli 2006

Challenge Roth 2006

hier noch ein alter Bericht von meiner ersten Langdistanz in Roth, oh mann wie schön war doch das erste Mal ohne irgendwelchen Druck :) (Auf dem Bild begleitet mich Moritz bei km 32, ich war so fertig dass ich nicht mal mehr reden konnte)

Da dies meine erste Langdistanz war, werde ich meinen Bericht ausführlich schildern und auch meine Gefühle beschreiben, es kann also etwas länger dauern.Zu allererst möchte ich sagen, dass jeder teilnehmende DJKler sich großartig geschlagen hat und abgesehen von unerklärlichen Zeitstrafen wohl auch seine Wunschzeiten bzw. Traumzeiten erreicht hat. Ohne das Beisein von den anderen Vereinsmitgliedern, meinem fantastischen Fanclub und auch einigen angereisten DJKlern hätte ich mich nicht zum Durchhalten motivieren können. Vielen Dank für die Unterstützung!

Meine Aufregung hielt sich bis zum Vorabend noch in Grenzen, stieg dann aber ins unermessliche als ich früh zum Schwimmstart eintraf! Die ganzen fitten und teilweise auch alten Hasen zu sehen, machte mich schon sehr nervös. Beim Schwimmstart war ich ziemlich weit vorn in der Reihe und als der Startschuss gefallen war vergaß ich meine komplette Schwimmtaktik und legte, wie immer eigentlich, viel zu schnell los. Ich erinnerte mich an Jürgens Rat und heftete mich an einen meiner Meinung nach schnellen Schwimmer und verfolgte ihn eine ganze Weile. Ich bin mir ziemlich sicher dass ich irgendwann auch andere verfolgt habe, auf alle Fälle habe ich die ganze Zeit versucht im Schwimmschatten zu schwimmen. Natürlich will man es den „anderen auch zeigen. Kurz vor dem Ende war ich so fertig dass ich dachte, den Rest nicht überstehen zu können. Aber es lief so gut und das Gefühl meines Neos machte den Schwimmpart einfach nur geil.

Dementsprechend motiviert stürzte ich mich mit zitternden Armen auf mein Rad und machte mir auch gleich meine Sonnenbrille kaputt. Wie ich nach 130km Radfahren bemerkte, hatte ich nur noch das rechte Glas im Gestell und keiner hat mal irgendwas gesagt, deshalb war meine Sicht auch die ganze Zeit so komisch :-) Ich schmiss sie dann weg und fuhr ohne weiter. Die erste Radrunde war einfach nur geil, so viel Spaß hat mir Wettkampf noch nie gemacht. Der Solarer Berg war der Hammer, ich bog um die Ecke und dachte mir „Oh mein Gott, so viele… Dort waren dann auch meine Familie und Freunde die den ganzen Moment noch schöner gemacht haben. Am Anfang der 2. Runde holte mich dann die Realität ein und ich hatte einen ziemlichen Hänger. Als mich Jürgen bei km 120 eingeholt hatte war wohl der Tiefpunkt erreicht und ich dachte mir die ganze Zeit, nur nicht zuviel Zeit verlieren. Einige Zeit und viele Gels später ging es mir wieder besser und hielt glücklicherweise bis zum Wechsel an. Ich hatte noch nie soviel auf dem Rad gegessen wie an diesem Tag, teilweise musste ich die ganze Zeit aufstoßen und hatte Bauchschmerzen, aber ich wollte unbedingt den viel gefürchteten Hungerast vermeiden (den ich schon längst bekommen hatte ;). Die Zeit auf dem Rad ging vergleichsweise schnell um, obwohl ich mir manchmal doch dachte; „ach du scheiße, jetzt noch mindestens 6 Stunden bis zum Ende.
Die ersten Laufkilometer liefen sehr gut, ich musste mich zeitweise bremsen nicht zu schnell zu laufen, als ich Jürgen wieder eingeholt hatte, ging es mir sogar noch besser. Das war ein richtiger Motivationsschub gewesen. Für ihn aber anscheinend auch, denn viel weiter weg von ihm kam ich bis Kilometer 28 nicht. Aber noch nicht so schnell… es lief super bis Kilometer 15, dann schlich sich langsam das Elend in mir ein. Ich dachte jeden Meter ans aufgeben, die Kilometer wurden immer länger, teilweise kamen ewig keine Kilometertafeln und ich war echt am verzweifeln. Das einzige was mich am durchhalten hielt, war der Gedanke an meine ganzen Unterstützer und die „beiden im Nacken. Es gab Momente in denen ich einfach vor mich hinfluchte und mich fragte, warum ich dass überhaupt mache. Ich will noch erwähnen, dass mich Gregor durch seine tolle Geste bei km 30 tief beeindruckt hat und mir es ab dann auch wieder besser ging. Die letzten Kilometer konnte ich sogar noch mal zulegen um den unglaublich zähen Jürgen fernzuhalten. Das Einlaufen war wieder geil, jeder rief; „genieß es und du hast es geschafft, ein tolles Erlebnis, dass ich dann erst viel später auf dem Weg nach Hause realisiert habe.Vielen Dank an meinem Trainingspartner Gregor, für die wichtige und richtige Vorbereitung, auch wenn es manchmal hart war, so hat sich doch alles am Ende bezahlt gemacht! Vor allem für die neuen, aber auch für manch alteingesessenen: Gregor ist ein sehr guter Ansprechpartner für Trainingspläne und Langdistanzvorbereitung, ohne ihn hätte ich mein völlig ungeeignetes Trainingspensum durchgezogen und viele Anfängerfehler gemacht, die mir so erspart geblieben sind, und wäre in der 2. Radrunde umgekippt. Dennis, danke dass du mich zu diesem Sport gebracht hast und mir als Vorbild gedient hast.